Bildungsbereiche im Überblick

Kinder lernen spielend!

Nämlich spielend leicht und durch Spiel. In unserem ganz normalen Alltag, bei jedem Schritt und jeder Tätigkeit lernen und verarbeiten Kinder eine Vielzahl von Informationen, Zusammenhängen und Fertigkeiten.

An einem ganz normalen Tag bilden sich Kinder ganz selbstständig ziemlich umfassend.
Es folgt ein kleiner Überblick über die verschiedenen Bildungsbereiche und wie sie im Alltag in der Tagespflege bedient werden:
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Sprache und Kommunikation
Ich rede gern und viel mit den Kindern. Jede Tätigkeit, jedes Geschehen, das das Interesse der Kinder weckt, wird kommentiert und ausführlich besprochen. Nach vielem fragen die Kinder von sich aus und größere Kinder versuchen, Vorgänge selbst in Worte zu fassen. Im Grunde vergeht keine Minute, in der die Kinder nicht miteinander oder mit mir an ihrer Sprache, aber auch an ihrer nonverbalen Kommunikation feilen.

Bewegung
Ich biete vielfältige Bewegungsanlässe im Innen- und Außenbereich. Körperwahrnehmung und -gefühl fördere ich gezielt durch verschiedene Ebenen, Treppen und Rampen im Innenbereich, sowie Klettergelegenheiten und Gleichgewichtsübungen (Balancieren, Trampolinnutzung) im Garten. Wir gehen täglich zumindest zum Kindergarten und zurück spazieren, dabei balancieren die Kinder über Mauern, laufen mal schneller, mal langsamer, galoppieren wie Pferde oder schwingen die Arme wie Vögel. Bewegungsspiele lassen sich wunderbar mit allen anderen Bildungsbereichen kombinieren.

Körper, Gesundheit, Ernährung
Gerade sehr kleine Kinder brauchen ausreichend Gelegenheiten, um ihren Körper und dessen Funktionen ausgiebig testen und kennenlernen zu können. In der Raumgestaltung und Auswahl der Materialien und Spielzeuge achte ich deshalb genau darauf, den Kindern möglichst vielfältige Sinnes- und Körpererfahrungen zu ermöglichen. Bewegungsräume spielen hier eine große Rolle.
Eine positive Grundhaltung zu gesunder Ernährung fördere ich, indem ich die Kinder bei der Auswahl und Zubereitung des Essens mit einbeziehe, ihre Fragen dazu beantworte, sie selbst entscheiden lasse, wovon sie wann wieviel probieren möchten, Abneigungen respektiere und die Mahlzeiten insgesamt in möglichst ruhiger, angenehmer Atmosphäre stattfinden lasse.
Eine grundlegende, altersentsprechende Hygieneerziehung gehört ganz selbstverständlich zu unserem Alltag dazu.

Musisch-ästhetische Bildung
Durch das Bereitstellen unterschiedlichster Materialien und Werkzeuge im kreativen Bereich, schaffe ich den Kindern Anreize, sich mit gestalterischen Ausdrucksformen auseinanderzusetzen. In der Praxis heißt das: Die Kinder dürfen und sollen sich mit verschiedenen Stiften, Farben, Schwämmen, Papieren und Rollen austoben. Ob dabei ein vorzeigbares Ergebnis zustande kommt, ist erstmal zweitrangig. Wichtig sind die Erfahrungen, die sie dabei machen. Wichtig ist mir außerdem gerade in diesem Bereich, dass ich Abneigungen respektiere. Ein Kind, das eben nicht mit Farben „matschen“ und sich auf diese Weise ausprobieren will, muss das auch nicht!
Eine Auswahl an Musikinstrumenten kann natürlich ebenso frei genutzt werden und je nach Interesse der Kinder singen wir Lieder, machen Fingerspiele oder Bewegungsspiele zur Musik.

Mathematik, Naturwissenschaften, Technik
Kinder versuchen sehr gezielt, ihre Umwelt zu ergründen, zu strukturieren und handhabbar zu machen. Diese Bemühungen unterstütze ich, indem wir beim Spaziergang Schritte zählen, Statik-Übungen mit Bausteinen oder Naturmaterialien im Wald machen, indem wir Kräne beobachten und dann selbst Seilzüge bauen oder ganz simpel das Ein- und Umgießen von Wasser in Becher üben. Mit den allermeisten Ideen kommen die Kinder ganz allein. Ich greife ihre Ideen dann auf, erkläre wenn gewünscht, lasse sie gezielt ausprobieren und Zusammenhänge erkennen und ihre Erkenntnisse durch genügend Raum für Wiederholungen überprüfen und festigen.

Biologie und Ökologie
Besondere Faszination unter den Naturwissenschaften übt hier meist die Biologie aus. Alle Pflanzen und Tiere auf unseren Spazierwegen werden genau betrachtet, kleine Insekten genauso wie Haus- oder Nutztiere. Da wir viel draußen unterwegs sind und mit vielerlei Tieren umgehen, lernen die Kinder ganz selbstverständlich einen achtsamen Umgang mit der Natur.

Medien
Bücher stehen bei mir ganz selbstverständlich immer zur freien Verfügung, je nach Alter und Entwicklung der Kinder von ganz einfach gehaltenen Bilder- oder Fühlbüchern über Wimmelbücher bis hin zum Vorlesebuch für die Größeren. Wann immer gewünscht, schauen wir zusammen Bücher an. Auch auditive Medien spielen phasenweise eine größere Rolle, z.B. ein Hörspiel zur Mittagsruhe für größere Kinder oder Musik, zu der wir singen und tanzen.

Soziale und (inter-)kulturelle Bildung
In unserem Alltag kommen wir mit einer Vielzahl von Menschen aus verschiedensten Kulturen in Berührung. Wir unterhalten uns morgens im Kindergarten mit anderen Eltern, mit den Verkäufern in der Bäckerei und im Supermarkt, mit Bauarbeitern, Müllmännern, anderen Tagespflegepersonen und deren Tageskindern und auch sonst mit fast jedem, der etwas für die Kinder Interessantes tut (…also mit beinahe jedem!).
Bei diesen Gelegenheiten kommen wir mit vielen unterschiedlichen individuellen und kulturellen Eigenheiten in Berührung und lernen, dass Menschen verschieden sind und sein dürfen. Ich nutze die natürliche Offenheit der Kinder und vermittle ihnen aktiv einen wertschätzenden und respektvollen Umgang mit allen anderen Menschen.
Aber auch im Kleinen und drinnen lernen die Kinder von Beginn an einiges: Nämlich die Auseinandersetzung mit der Gruppe und den einzelnen Kindern. Im Spiel und im Umgang miteinander lernen sie zu teilen und auch sich zu behaupten, Kompromisse zu schließen und Regeln auszuhandeln. All dies lernen sie weitgehend eigenständig, ich begleite diese Prozesse lediglich mit Empathie und Geduld.

Religion und Ethik
Im Zusammenhang mit der Vielzahl an Kulturen, denen wir im Alltag begegnen, treffen wir auch auf unterschiedliche Religionen und Weltanschauungen. Wir lernen die Werte und Normen kennen, die mit religiösen Ideen verbunden sind, erarbeiten uns Feste wie Weihnachten, St. Martin und Ostern und setzen uns, wann immer sich die Gelegenheit bietet, auch mit den Festen anderer Religionen auseinander. Das alles passiert völlig ohne Zwang und Druck – auch, wenn mal ein Feiertag weniger intensiv vorbereitet wird, werden gesellschaftliche Grundwerte trotzdem verinnerlicht.

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