Fingerfood

Fingerfood – Warum bei mir schon die Kleinsten selber essen

In den allseits beliebten Pekip-Kursen lernt man, man solle Babys und Kleinkinder zu nichts drängen, man solle ihnen Zeit und Ruhe geben, um sich und ihre Umwelt zu entdecken, man solle sie nicht in Situationen bringen, in die sie sich nicht selbst schon begeben können.

Meinem Verständnis nach gilt das auch und besonders fürs Essen. Essen ist weit mehr als Nahrungsaufnahme, Essen ist Erleben mit allen Sinnen, idealerweise in Gemeinschaft. Es gibt harte und weiche Nahrungsmittel. Solche, die man lutschen kann und solche, die man kauen muss. Manche werden geschält, andere komplett verzehrt. Viele haben tolle, bunte Farben und einzigartige Formen. Manches isst man eher warm, anderes kalt. Dies alles ist ganz neu für Babys und Kleinkinder und ich möchte ihnen ermöglichen, jedes angebotene Nahrungsmittel selbst zu entdecken, zu ertasten, daran zu riechen, es zu schmecken, es auch mal zu zermatschen, um die Eigenschaften zu erfassen. Die Kinder sollen in ihrem eigenen Tempo essen und erleben. Das erhöht nicht nur den Spaß am „Erlebnis Essen“, es schult alle Sinne, fördert Konzentration und Selbstbewusstsein und führt dazu, dass Mahlzeiten nicht als reine Nahrungsaufnahme, sondern als geselliges Miteinander erlebt werden.

Natürlich geht das nicht immer ganz sauber vonstatten. Manche Kinder fangen mit 6 Monaten oder noch früher an, alleine zu essen – sobald sie in der Lage sind, etwas in der Hand zu halten und zum Mund zu führen, können sie grundsätzlich auch lernen, eigenständig zu essen. Auf allerlei Flecken auf Kleidung, Kind und Boden sollte man eingestellt sein. Doch macht bekanntermaßen Übung zum Meister und nach relativ kurzer Zeit landet meist mehr im Mund als außen herum.

Verschluckt hat sich bei mir übrigens noch kein Kind wirklich dramatisch. Die meisten Kinder essen erstaunlich langsam und vorsichtig und lernen schnell, was wie weit in den Mund passt und dass man zwischendurch kauen muss – das geht sogar ohne Zähne schon prima.

 

Was genau gibt es bei mir zu essen?

Frühstück: verschiedene Brotsorten im Wechsel (z.B. Vollkornbrot, Mischbrot, Knäckebrot, Mehrkorntoast), dazu Butter, verschiedene Wurst- und Käsesorten oder Quark. Ab und an Müsli mit Mandel- oder Kuhmilch. Immer frisches Obst und/oder Gemüse

Mittagessen: Alles, was Garten und Kühlschrank hergeben: Von ganz einfachen Kombinationen (Kartoffeln mit verschiedenen Gemüsesorten) über klassische Kinderessen (Nudeln mit Sauce, Pfannkuchen, Fischstäbchen mit Spinat) bis hin zu Feinschmeckergerichten (gefüllte Zucchini mit Tomaten-Rosmarin-Sugo) ist alles mal vertreten – auf den Tisch kommt, was gefällt. Alles wird fast ausnahmslos frisch zubereitet, Dosenessen gibt es hier nicht.

Snacks: Frisches Obst, Rohkost, Getreidewaffeln, auch mal ein Rosinenweckchen oder an Geburtstagen ein Stück Kuchen. Grundsätzlich gibt es bei mir allerdings keine Süßigkeiten, solange Tageskinder dabei sind.

Getränke: Vornehmlich stilles Wasser, gelegentlich auch ungesüßte Tees oder ausnahmsweise mal eine Saftschorle

Auch beim Essen gilt: Die kleine Gruppe ermöglicht viel Flexibilität. Da das Essen selbst zubereitet wird, kann ich auf Vorlieben und Abneigungen ebenso unproblematisch Rücksicht nehmen wie auf Unverträglichkeiten, Allergien oder kulturelle Unterschiede. Wenn sehr kleine Kinder noch Milchflaschen bekommen sollen, ist auch das ohne weiteres möglich.

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