Tiere und Natur

In meiner Kindheit und Jugend habe ich bei den Pfadfindern gelernt, dass das Abenteuer direkt vor der Haustür anfängt.
Nach einigen Jahren, in denen ich das wohl vergessen hatte, erinnerten mich erst meine eigenen Kinder und jetzt auch die Tageskinder immer wieder aufs Neue daran: Drinnen ist alles immer gleich, alles unterliegt unserem Einfluss. Draußen aber gibt es ständig etwas Spannendes und Unerwartetes zu sehen oder zu tun. Kinder haben noch einen Blick für Details. Deshalb sind neben den Klassikern (Müllabfuhr, Eichhörnchen, Baustelle) mitunter Begebenheiten von Interesse, die wir Erwachsene völlig übersehen würden. Gerade dafür möchte ich mir Zeit nehmen und die Kinder jede Ameise, jeden Grashalm, jeden Stein untersuchen lassen, wenn sie das möchten. Und wenn das bedeutet, dass wir gar nicht erst am Spielplatz ankommen, sondern zwei Stunden mit dem Weg verbringen, dann ist das vollkommen in Ordnung so.

Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mit den Kindern raus gehe. Unternehmungen im Freien sind fester Bestandteil unseres Vormittages. Spaziergänge, Spielplatzbesuche, Besorgungen, Lauf- und Kletterspiele – je nach Alter und Interessen der Tageskinder suchen wir uns das aus, was gerade zu uns passt. Ein großer Krippenwagen lässt uns mühelos auch mal eine etwas weitere Strecke zurücklegen und bietet den Kleinsten die Gelegenheit für ein kurzes Schläfchen zwischendurch. So ausgeruht lässt es sich prima in Matschpfützen springen, Tannenzapfen werfen oder Tiere beobachten. Ob alter Tagebau, Wald oder Park: An Ausflugszielen mangelt es uns hier nicht!

Aber auch die direkte Nachbarschaft hat einiges zu bieten: Enten, Gänse, Hühner und Schafe wohnen gleich auf dem Nachbargrundstück und können vom Garten aus jederzeit angeschaut werden. Ziegen gibt es bei den Nachbarn zwei Häuser weiter, Pferde am anderen Ende der Straße. Daneben Hund und Katzen hier im Haus. Die Kinder können und sollen hier in Kontakt mit vielen verschiedenen Lebewesen kommen. Das stärkt Selbstbewusstsein und Sozialkompetenz und macht nicht zuletzt auch einfach Spaß.

 

Bei so viel Naturkontakt kann ich allerdings eines leider nicht: Am Nachmittag fleckenfreie Kinder zurückgeben. Matsch auf der Hose, Sand in den Haaren, Dreck unter den Fingernägeln – das gehört bei mir eben einfach dazu.

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